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Profiseminar für Entscheider: Nachtragsmanagement und Haftungsfragen beim Architekten-/Ingenieurvertrag

Termin / Ort 17.03.2020 I 09:00 - 16:00 Uhr I Dresden
Zielstellung

Klare und einfach umsetzbare gesetzliche Regelungen im BGB oder in der HOAI für das Nachtragsmanagement – wie in der VOB/B – des Planers fehlen. Typische Streitpunkte sind der Umfang der geschuldeten Planungsleistung, die Verlängerung der Projektlaufzeit, die Wiederholung von Grundleistungen, die Schnittstelle zwischen Mangelbeseitigung und Nachtragsleistung, ein höherer als kalkulierter Aufwand bei der Bauüberwachung etc. Ziel des Seminares ist es, anhand von bewährten Vertragsklauseln und durch Vermittlung der rechtlichen Grundlagen Architekten und Ingenieure sowie Bauherren zu befähigen, das Nachtragsmanagement effizient und rechtssicher umzusetzen. Dabei gilt beim Architekten- und Ingenieurvertrag umso mehr: Verträge schließen heißt, sich zu vertragen. Mit anderen Worten: Sachgerechte Nachtragsklauseln ersparen teure Rechtsstreitigkeiten.

 

Weiteres Ziel des Seminars ist es, Haftungsfragen anhand aktueller Rechtsprechung zu beantworten, insbesondere die Haftung des Architekten bei der Vertragsgestaltung der Bauverträge, beim Nachtragsmanagement für den Bauherrn und bei der Abnahme. Ein Schwerpunkt ist das komplizierte Haftungsverhältnis vom Objektplaner gegenüber den Fachplanern und das Gesamtschuldverhältnis mit dem Bauunternehmer für Baumängel aufgrund von Planungs-/Überwachungsfehlern und Bauausführungsfehlern.

Inhalt

Nachtragsmanagement beim Achitekten-/Ingenieurvertrag

1. Das geschuldete Planungssoll

  • Was ist vertraglich geschuldete Leistung?
  • Sonderfall: Leistungsphase „O“ § 650p BGB
  • der funktionale Werkerfolg
  • Teilleistungserfolge konkret vereinbart?
  • individuell auf das Bauvorhaben abzustellende Leistungsbilder
  • die gefürchteten Komplettheitsklauseln
  • Änderungen des Planungssolls nach § 650b BGB, 30-Tages-Frist

2. Die Vergütung für die vertraglichen Leistungen

  • Aktuell: Auswirkungen des Urteils des EuGH vom 04.07.2019 auf die Honorarvereinbarung und Honorarhöhe
  • Was gilt, wenn das Honorar nicht schriftlich vereinbart wurde?
  • Vereinbarung einer Baukostenobergrenze
  • Loskoppelung der anrechenbaren Kosten
  • die Beschaffenheitsvereinbarung der Kostenberechnung

3. Nachtragssachverhalte

  • Änderungen gem. § 10 HOAI – noch wirksam?
  • Sonderfall: Mehrere Objekte
  • Wiederholung von Grundleistungen
  • Erhöhung der anrechenbaren Kosten – die Ursache ist maßgeblich!
  • Beispiele aus der Rechtsprechung

4. Problemfall: Verlängerte Bauzeit/gestörter Bauablauf

  • Die unbefriedigende Entschädigung nach § 642 BGB
  • Die Mitwirkungspflichten des Bauherrn
  • Regelungsbedarf im Vertrag!
  • Die RBBau – Verhandlungsklauseln und ihre Tücken

Haftung des Architekten und Ingenieurs

1. Die verschuldensunabhängige Haftung für den Erfolg

  • Planungsmängel
  • Mängel bei der Bauausschreibung – Achtung: Fördermittelverlust!
  • Mängel bei der Bauüberwachung

2. Die Haftung für Vertretung ohne Vertretungsmacht

  • Anordnung von Baunachträgen
  • Freigabe von Zahlungen
  • Erklärung von Abnahmen

3. Der Umfang der Beratungspflicht

  • Bauvertragsgestaltung, Nachtragsprüfung, Abnahmen, Vertragsstrafenvorbehalt
  • Abgrenzung zur unerlaubten Rechtsberatung

4. Die komlizierte Gesamtschuldnerschaft

  • Mithaftung für Mängel der Leistung der Sonderfachleute?
  • Mithaftung mit dem Bauunternehmer für Baumängel?
  • Achtung! Haftungsfalle Versicherungsausschlüsse
Teilnehmerkreis Geschäftsführer, Niederlassungsleiter, Oberbauleiter, Bau- und Projektleiter, Architekten und Ingenieure sowie Bauüberwacher aus Bauunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros, Bauträgergesellschaften und Bauverwaltungen
Teilnehmergebühr 360,- € / 270,- €* inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke

Die mit einem Stern(*) gekennzeichnete Teilnehmergebühr gilt für Mitgliedsunternehmen folgender Institution/en:

  • Architektenkammer Sachsen
  • Bauindustrieverband Ost e. V.
  • Ingenieurkammer Sachsen
  • Sächsischer Baugewerbeverband e. V.

Veranstaltungsort Bauakademie Sachsen
Standort Dresden
Neuländer Straße 29
01129 Dresden
Anmeldeschluss:

Referent/en

Referententeam
RA Helge Rübartsch
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Fachanwalt für Vergaberecht

Rübartsch Rechtsanwälte
Helge Rübartsch ist Inhaber der auf das Bau-, Architekten- und Vergaberecht spezialisierten Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE in Dresden. Er ist seit dem Jahr 2006 Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und seit 2016 einer der ersten Fachanwälte für Vergaberecht in Sachsen. Ein Tätigkeitsschwerpunkt von Herrn Rübartsch ist die baubegleitende Rechtsberatung bei komplexen Großbauvorhaben im Tief-, Erd- und Straßenbau ebenso wie im Hochbau "von der grünen Wiese bis zum Ablauf der Gewährleistung". Ein weiterer Schwerpunkt ist die umfassende vergaberechtliche Betreuung von der Idee bis zum Zuschlag, sowohl bei Bau-, als auch bei Liefer- und Planungsleistungen. Helge Rübartsch und die drei angestellten Rechtsanwältinnen der Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE - alle Fachanwältinnen für Bau- und Architektenrecht - vertreten Bauunternehmen, Architekten und Ingenieure hochengagiert sowohl am Verhandlungstisch, als auch vor Gericht und bei Baubehörden sowie vor der Vergabekammer.

Ansprechpartner

Ulrich Werner
Direktor Bauakademie Sachsen

0351 7957497-13