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Neuerungen zu hinzunehmenden Unregelmäßigkeiten, hinnehmbaren oder zu beseitigenden Mängeln

Termin / Ort 02.12.2019 I 09:00 - 16:30 Uhr I Leipzig
Zielstellung

Viele Streitigkeiten am Bau beziehen sich auf Abweichungen, die die Nutzbarkeit oder das Erscheinungsbild nicht wesentlich beeinträchtigen. Im Seminar werden Verfahren vorgestellt, mit denen Minderwerte und Minderungsbeträge ermittelt werden können.

 

Allerdings verlieren die häufig unter vertragsunabhängigen (objektiven) Kriterien ermittelten, nur sehr kleinen Minderungsbeträge immer mehr an Bedeutung, immer öfter wird auf Schadenersatz für Nacherfüllungen abgestellt. Das allerdings ist nach dem BGH-Urteil vom 22.2.2018 kaum noch möglich, wenn Kosten für Mangelbeseitigungen nicht auch dafür verwendet werden. Nach dem Äquivalenzgebot soll dann nur eine Minderung entsprechend des Minderwerts gewährt werden.

 

Das Seminar beschäftigt sich mit Neuerungen im Umgang mit Mängeln, die wegen Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit für den Auftraggeber oder wegen eines berechtigten Einwands eines unverhältnismäßig hohen Aufwands nicht durch Nacherfüllung beseitigt werden sollen. Um der Option der Minderung wieder Akzeptanz zu verschaffen und dem Äquivalenzgebot, das sich aus einem BGH-Urteil von Februar 2018 ergibt, Rechnung zu tragen, werden neue Verfahren unter Berücksichtigung vertragsbezogener (subjektiver) Werteigenschaften vorgestellt, die bisherige Techniken ergänzen und zu akzeptablen Minderungsbeträgen führen.

 

Die Überlegungen werden jeweils an Beispielen erläutert: Risse, Abweichungen in der Oberflächenstruktur, Farbe und Kratzer an Putzen, Eindeckungen, Fliesen- und Natursteinbelägen, Oberflächen von Beton.

Inhalt
  • Mangel: Abweichungen von vertraglich vereinbarter Beschaffenheit, als Fehler (objektiver Teil) und Unterschreitung subjektiver Werteigenschaften als Erwartung nach Art des Werks, Variantenbildung und "gleichwertige" Bauweisen, Problembeseitigung durch Mangelausgleich
  • Berechtigung und Methoden zur Beurteilung der "Unverhältnismäßigkeit", Voraussetzungen für und variable Grenzen der dreistufigen Mangelbewertung
  • Grundsätze zur Ermittlung von Minderwerten: Kumulative Teilwertbetrachtung und Schlüssel zur Minderung
  • Ausstrahlungsfaktoren: Nachvollziehbare Alternative zur Bezugsgrößenanpassung
  • Merkantiler Minderwert: falls ja, nur bzgl. der Immobilie oder auch ein Haftungsanspruch gegenüber Baubeteiligten?
Teilnehmerkreis Bausachverständige, Architekten, Bauingenieure, Bauunternehmer, Bauüberwacher sowie Bau- und Projektleiter aus Bauverwaltungen, Architektur- und Ingenieurbüros, Bauträgergesellschaften und Bauunternehmen
Teilnehmergebühr 400,- € / 300,- €* inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke

Die mit einem Stern(*) gekennzeichnete Teilnehmergebühr gilt für Mitgliedsunternehmen folgender Institution/en:

  • Architektenkammer Sachsen
  • Bauindustrieverband Ost e. V.
  • Ingenieurkammer Sachsen
  • Sächsischer Baugewerbeverband e. V.

Veranstaltungsort Bauakademie Sachsen
Standort Leipzig
Heiterblickstraße 35
04347 Leipzig
Anmeldeschluss:

Referent/en

Referententeam
Prof. Dipl.-Ing. Matthias Zöller
Architekt, ö.b.u.v. Sachverständiger für Bauschäden

AIBAU gGmbH
Prof. Zöller ist Honorarprofessor am KIT und Gesellschafter des Aachener Instituts für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik (AIBau). Er leitet die Aachener Bausachverständigentage und ist Fachautor sowie Mitherausgeber der Zeitschrift „IBR Immobilien- & Baurecht“ sowie der „Baurechtlichen und -technischen Themensammlung“.

Ansprechpartner

Ulrich Werner
Direktor Bauakademie Sachsen

0351 7957497-13