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Nachtragsmanagement für Profis nach VOB/B und BGB: Anspruchstellung, Verhandlungstechnik, Durchsetzung, Abwehr

Termin / Ort 12.03.2020 I 09:00 - 16:00 Uhr I Chemnitz
Zielstellung

Nachtragspotenziale bereits während der Angebotskalkulation zu erkennen, einen Nachtrag dann durchsetzbar stellen und mit richtigen Argumenten zu verhandeln ist im Baugeschehen unabdingbar. Um nicht das sprichwörtliche Geld auf der Straße liegen zu lassen, bedarf es auf der Seite des Auftragnehmers daher sicherer Kenntnisse über die rechtlichen Voraussetzungen der im BGB und der VOB/B vorhandenen Nachtragsregelungen. Bereits die Beantwortung der Frage, ob "lediglich" eine Mengenmehrung vorliegt oder nicht doch eine geänderte Leistung, kann einiges Kopfzerbrechen bereiten. Die plausible Darstellung des Nachtragsanspruches gegenüber dem Auftraggeber und die gerichtsfeste Nachtragskalkulation bedürfen anschließend einem fundierten Wissen über die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes und der Oberlandesgerichte. 

 

Ziel des Seminares ist es, zunächst die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, Nachtragssituationen zu erkennen und rechtlich einzuschätzen. Außerdem wird anhand von konkreten Beispielen und Situationen (z. B. Nullmengen) die Berechnung des Nachtrages besprochen. Dabei werden typische Fehler aufgezeigt, die zum Verlust oder der Nichtdurchsetzbarkeit von Vergütungsansprüchen führen können.

Inhalt

Die geschuldete Leistung

  • Auslegung des Vertrages bei Unklarheiten / Widersprüchen / Fehlern
  • Vorrangregelungen (LV vor Langtext, Pläne vor LV-Text?)
  • Kalkulation des Auftragnehmers als Vertragsgrundlage?

Mengenmehrungen/-minderungen

  • Abgrenzung zu Nachträgen wegen geänderter / zusätzlicher Leistungen
  • Ausgleichsberechnungen, Nullmengen
  • Ankündigungspflicht bei Mengenänderungen?
  • Wegfall der Geschäftsgrundlage
  • Spekulationspreise

Geänderte Leistungen

  • Anordnungsrecht des AG
  • Berechnung

Zusätzliche Leistungen

  • Anordnungsrecht des AG
  • Profiwissen: „Erforderlichkeit der Zusatzleistung“
  • Berechnung

Bauzeitverzögerungen

  • Sonderfall: verzögerte Vergabe
  • Mitwirkungspflichtverletzung des Auftraggebers
    • Vorunternehmerverzug, fehlende/mangelhafte Pläne
    • abweichender Baugrund, eingeschränkte Zuwegung

Einflüsse Dritter (Nachbarn, Diebstahl, Wetter)

Behinderungsanzeige

  • Inhalt Behinderungsanmeldung
  • Berechnung der Bauzeitverlängerung
  • Berücksichtigung von Füllaufträgen

Entschädigung für Verzögerung

  • Stillstandskosten
  • AGK? Wagnis und Gewinn?
  • Honoraranpassung

Schadensersatz

  • Verschulden des AG
  • Sonderfall: Lieferantenverzug
Teilnehmerkreis Geschäftsführer, Niederlassungsleiter, Oberbauleiter, Projektsteuerer, Bauüberwacher sowie Bau- und Projektleiter aus Bauunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros, Bauträgergesellschaften, Bauverwaltungen und Betrieben des Bauhandwerks
Teilnehmergebühr 360,- € / 270,- €* inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke

Die mit einem Stern(*) gekennzeichnete Teilnehmergebühr gilt für Mitgliedsunternehmen folgender Institution/en:

  • Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein
  • Architektenkammer Berlin
  • Architektenkammer NRW
  • Architektenkammer Sachsen
  • Architektenkammer Sachsen-Anhalt
  • Architektenkammer Thüringen
  • Bauindustrieverband Ost e. V.
  • Ingenieurkammer Sachsen
  • Sächsischer Baugewerbeverband e. V.

Veranstaltungsort AMBER Hotel Chemnitz Park
Wildparkstraße 6
09247 Chemnitz
Anmeldeschluss:

Referent/en

Referententeam
RA Helge Rübartsch
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Fachanwalt für Vergaberecht

Rübartsch Rechtsanwälte
Helge Rübartsch ist Inhaber der auf das Bau-, Architekten- und Vergaberecht spezialisierten Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE in Dresden. Er ist seit dem Jahr 2006 Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und seit 2016 einer der ersten Fachanwälte für Vergaberecht in Sachsen. Ein Tätigkeitsschwerpunkt von Herrn Rübartsch ist die baubegleitende Rechtsberatung bei komplexen Großbauvorhaben im Tief-, Erd- und Straßenbau ebenso wie im Hochbau "von der grünen Wiese bis zum Ablauf der Gewährleistung". Ein weiterer Schwerpunkt ist die umfassende vergaberechtliche Betreuung von der Idee bis zum Zuschlag, sowohl bei Bau-, als auch bei Liefer- und Planungsleistungen. Helge Rübartsch und die drei angestellten Rechtsanwältinnen der Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE - alle Fachanwältinnen für Bau- und Architektenrecht - vertreten Bauunternehmen, Architekten und Ingenieure hochengagiert sowohl am Verhandlungstisch, als auch vor Gericht und bei Baubehörden sowie vor der Vergabekammer.

Ansprechpartner

Ulrich Werner
Direktor Bauakademie Sachsen

0351 7957497-13