16R
Nachträge wegen gestörten Bauablaufs - rechtssicher dokumentieren, aufstellen und durchsetzen
Termin / Ort12.02.2019 I 09:00 - 16:00 Uhr I Leipzig
Zielstellung

(Bau-)Zeit ist Geld – aber aus Bauzeitverzögerungen Geld zu machen, ist für den Bauunternehmer formell sehr schwierig. Bei keinem anderen Nachtrag sind die Hürden der Rechtsprechung vergleichbar hoch. Der Erfolg eines Nachtrages aus gestörtem Bauablauf ist abhängig von vielen Faktoren, die Kalkulator und Bauleiter kennen und beherrschen müssen. In dem Seminar werden die verschiedenen Verzugsfälle anhand aktueller Rechtsprechung vorgestellt und der richtige Umgang damit vermittelt. Systematisch wird das notwendige Wissen vermittelt „von erster Behinderung (was bereits eine verzögerte Vergabe sein kann) bis zur gerichtsfesten Aufbereitung und Durchsetzung der Nachtragsforderung“. Die Teilnehmer erlernen das Erstellen einer aussagekräftigen, präzisen Dokumentation der Bauablaufstörungen und ihrer Auswirkungen als Grundlage für erfolgreiche Nachträge. Anhand von Praxisbeispielen wird das Führen des nötigen Schriftwechsels mit der Erstellung von Behinderungsanzeigen, Mehrkostenanzeigen, Anbieten der Leistungen, Inverzugsetzung des Auftraggebers mit Mitwirkungspflichten, Formulierungen in Baubesprechungsprotokollen etc. dargestellt.

 

Besonderes Gewicht wird auf die Vermeidung von typischen und teuren Fehlern bei dem Auftreten von Baubehinderungen gelegt. Auf der anderen Seite wird der Umgang mit den typischen Forderungen des Auftraggebers (Beschleunigung, gravierende Umstellung des Bauablaufes, Zusatzleistungen zum Einholen des Verzuges) vermittelt. Die unterschiedlichen Anspruchsgrundlagen und deren praxisgerechte Anwendung werden anhand einprägsamer Rechtsfälle vollständig behandelt. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Berechnung der Entschädigung nach der aktuellen Rechtsprechung dar.

Inhalt

Rechtsgrundlagen

  • Behinderungen nach § 6 Abs. 1 VOB/B – Anmeldung und Abmeldung Schadensersatz nach § 6 Abs. 6 VOB/B
  • Annahmeverzug des Auftraggebers nach § 642 BGB
  • Dokumentation der eigenen Leistungsbereitschaft
  • Anordnungen zur Bauzeit nach §§ 1 Abs. 3 und 4 VOB/B
  • Mehrmengen und Mindermengen
  • Winter/Wetter/Naturkatastrophen
  • Umfang der Pflicht des Auftragnehmers zu Kompensation und Beschleunigungsmaßnahmen
  • Geänderte oder zusätzliche Leistungen, §§ 2 Abs. 5 und 6 VOB/B - Mehrkostenanzeige mit Hinweis auf Bauzeitverlängerung - so konkret wie möglich, so ausführlich wie nötig
  • Dokumentationsmittel auf der Baustelle (Bautagesberichte, Fotos, Videos, Lieferscheine etc.)

Dokumentation („bauablaufbezogene Darstellung“)

  • Wann ist sie notwendig?
  • Darstellung der Störung und der Störungsauswirkungen auf Folgeleistungen
  • Berücksichtigung von eigenem Bauverzug?
  • Darstellung der Bauzeitauswirkungen von Nachtragsleistungen, Mehr- oder Mindermengen
  • Berechnung der Bauzeitverlängerung und Fortschreibung des Terminplans (verschiedene Methoden)

Ermittlung der Entschädigungshöhe nach § 642 BGB

  • Für welchen Zeitraum besteht ein Anspruch auf Entschädigung?
  • Umfasst die Entschädigung auch die Allgemeinen Geschäftskosten und den Gewinn?
TeilnehmerkreisGeschäftsführer, Niederlassungsleiter, Oberbauleiter, Architekten und Ingenieure, Bau- und Projektleiter, Bauüberwacher, Handwerksmeister, Bautechniker sowie techn. und kfm. Führungskräfte aus Bauunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros, Bauträgergesellschaften, Handwerksunternehmen sowie Bauverwaltungen
Teilnehmergebühr360,- € / 270,- €*
(inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke)
VeranstaltungsortBauakademie Sachsen
Standort Leipzig

Heiterblickstraße 35
04347 Leipzig
Anmeldeschluss:

Referent/en

RA Helge Rübartsch
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Fachanwalt für Vergaberecht

Rübartsch Rechtsanwälte
Helge Rübartsch ist Inhaber der auf das Bau-, Architekten- und Vergaberecht spezialisierten Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE in Dresden. Er ist seit dem Jahr 2006 Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und seit 2016 einer der ersten Fachanwälte für Vergaberecht in Sachsen. Ein Tätigkeitsschwerpunkt von Herrn Rübartsch ist die baubegleitende Rechtsberatung bei komplexen Großbauvorhaben im Tief-, Erd- und Straßenbau ebenso wie im Hochbau "von der grünen Wiese bis zum Ablauf der Gewährleistung". Ein weiterer Schwerpunkt ist die umfassende vergaberechtliche Betreuung von der Idee bis zum Zuschlag, sowohl bei Bau-, als auch bei Liefer- und Planungsleistungen. Helge Rübartsch und die drei angestellten Rechtsanwältinnen der Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE - alle Fachanwältinnen für Bau- und Architektenrecht - vertreten Bauunternehmen, Architekten und Ingenieure hochengagiert sowohl am Verhandlungstisch, als auch vor Gericht und bei Baubehörden sowie vor der Vergabekammer.

Ansprechpartner

Ulrich Werner
Direktor Bauakademie Sachsen

0351 7957497-13