21R

Die Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen nach der VgV

Termin / Ort 27.03.2020 I 09:00 - 16:00 Uhr I Leipzig
Zielstellung

Die einzuhaltenden Vorschriften bei der europaweiten Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen sind unübersichtlich und oft für den Anwender unklar. Sind nur die Auftragswerte aller Planungsleistungen zusammenzurechnen oder gilt die Trennung nach Leistungsbildern der HOAI? Darf noch ein Honorarrahmen vorgegeben werden oder ist mit dem Entfall der Mindest- und Höchstsätze eine freie Honorarvereinbarung möglich? Wie wertet man nun das Honorar, wenn es frei vereinbar ist? Welche Zuschlagskriterien sind anwendbar? Darf ich gleichartige Bauvorhaben als Referenz fordern? Ziel des Seminares ist es, auf diese Fragen eine Antwort zu geben und die typischen Fehler im Vergabeverfahren ab der Formulierung der Bekanntmachung bis zum Vertragsabschluss zu vermeiden und die bestehenden Spielräume zu nutzen.

 

Ziel des Seminares ist die vertiefte Kenntnis und rechtsssichere Anwendung der Vorschriften des Vergaberechts für die europaweite Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen, sowohl aufseiten der Auftraggeber als auch aufseiten der Auftragnehmer.

Inhalt

Schwellenwertberechnung:

  • Maßgeblicher Zeitpunkt
  • Anforderung an die Genauigkeit der Schätzung
  • Stufenweise Beauftragung/Optionen/Verlängerungen
  • Preisgelder
  • Losweise Vergabe (Gebäudeplanung, TGA, MSR, Tragwerksplanung, Freianlagen, etc.): Addition oder getrennte Berechnung?
  • Was sind gleichartige Leistungen bei Fachlosen?
  • Auftrag mit grenzüberschreitendem Interesse?

Wahl der Vergabeart

  • Verhandlungsverfahren mit und ohne Teilnahmewettbewerb
  • Offenes Verfahren

Die Bekanntmachung

  • Notwendige Inhalte
  • Eignungskriterien
  • Zuschlagskriterien
  • Bewertungsmatrix
  • Verweis auf Ausschreibungsunterlagen?
  • Verweis auf Formblätter?
  • Fristen für Teilnahmeanträge und Angebote

Eignungskriterien

  • „Geeignete“ Referenzen
  • Erfahrungen
  • Eignungsleihe
  • Schulnotensystem

Nachfordern von Unterlagen und Erklärungen

  • Fehlende Erklärungen
  • Unvollständige Erklärungen
  • Falsche Erklärungen
  • Frist für die Vorlage

Zuschlagskriterien und Wichtung

  • Die Wertungskriterin und zulässige Unterkriterien
  • Zeitpunkt der Aufstellung der Kriterien
  • Speziell: Die Erfahrung des Projektteams als Zuschlagskriterium
  • Speziell: Das Honorar als Zuschlagskriterium im Lichte der Entscheidung des EuGH vom 04.07.2019
  • Bewertungsmatrix
  • Losentscheidung

Verhandlungsverfahren

  • Ablauf und Dokumentation
  • Benachrichtigung der unterlegenen Bewerber
  • Vorbefasste Personen aufseiten des Auftraggebers
  • Interessenkonflikte

Grundzüge des Planungswettbewerbs

  • RPW 2013 – Pflicht zur Beauftragung eines/des 1. Preisträgers?
  • Abweichungen zulässig?
  • Bekanntmachung eines Planungswettbewerbes mit anschließendem Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb
  • Preisgelder und HOAI

Grundzüge des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)

  • Informationspflichten an nicht berücksichtigte Bewerber
  • Nachprüfungsverfahren
  • Nachträge zu bestehenden Aufträgen
Teilnehmerkreis Geschäftsführer, Architekten und Ingenieure, Bauüberwacher, Bausachverständige, Niederlassungsleiter, Oberbauleiter, Projektsteuerer aus Bauunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros sowie Baubehörden
Teilnehmergebühr 360,- € / 270,- €* inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke

Die mit einem Stern(*) gekennzeichnete Teilnehmergebühr gilt für Mitgliedsunternehmen folgender Institution/en:

  • Architektenkammer Sachsen
  • Bauindustrieverband Ost e. V.
  • Ingenieurkammer Sachsen
  • Sächsischer Baugewerbeverband e. V.

Veranstaltungsort Bauakademie Sachsen
Standort Leipzig
Heiterblickstraße 35
04347 Leipzig
Anmeldeschluss:

Referent/en

Referententeam
RA Helge Rübartsch
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Fachanwalt für Vergaberecht

Rübartsch Rechtsanwälte
Helge Rübartsch ist Inhaber der auf das Bau-, Architekten- und Vergaberecht spezialisierten Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE in Dresden. Er ist seit dem Jahr 2006 Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und seit 2016 einer der ersten Fachanwälte für Vergaberecht in Sachsen. Ein Tätigkeitsschwerpunkt von Herrn Rübartsch ist die baubegleitende Rechtsberatung bei komplexen Großbauvorhaben im Tief-, Erd- und Straßenbau ebenso wie im Hochbau "von der grünen Wiese bis zum Ablauf der Gewährleistung". Ein weiterer Schwerpunkt ist die umfassende vergaberechtliche Betreuung von der Idee bis zum Zuschlag, sowohl bei Bau-, als auch bei Liefer- und Planungsleistungen. Helge Rübartsch und die drei angestellten Rechtsanwältinnen der Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE - alle Fachanwältinnen für Bau- und Architektenrecht - vertreten Bauunternehmen, Architekten und Ingenieure hochengagiert sowohl am Verhandlungstisch, als auch vor Gericht und bei Baubehörden sowie vor der Vergabekammer.

Ansprechpartner

Ulrich Werner
Direktor Bauakademie Sachsen

0351 7957497-13