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Bauzeitnachträge erfolgreich aufstellen und durchsetzen - rechtliche Grundlagen, Taktik, aktuelle Rechtsprechung

Termin / Ort 03.03.2020 I 09:00 - 16:00 Uhr I Leipzig
Zielstellung

(Bau-)Zeit ist Geld! Es gibt kaum ein Bauvorhaben, das pünktlich beendet wird. Aber Bauzeitverzögerungen auch bezahlt zu bekommen, ist für den Bauunternehmer sehr schwer. Der Erfolg eines Nachtrages aus gestörtem Bauablauf ist abhängig von vielen Faktoren, die Kalkulator und Bauleiter kennen und beherrschen müssen. Das beginnt bei der richtigen rechtlichen Einordnung einer Bauablaufstörung als Mitwirkungspflichtverletzung des AG, als Folge von Sachnachträgen oder Mehrmengen, als angeordnete Bauzeitänderung oder als „höhere Gewalt“.

 

Alle Fälle sind unterschiedlich zu dokumentieren und als Nachtrag aufzubereiten. Das lernen die Teilnehmer in dem Seminar anhand der aktuelle Rechtsprechung. Systematisch wird das notwendige Wissen vermittelt von der ersten Behinderung (was bereits eine verzögerte Vergabe sein kann) über die baubegleitende Dokumentation bis zur gerichtsfesten Aufbereitung und Durchsetzung der Nachtragsforderung. Anhand von Praxisbeispielen wird das Führen des nötigen Schriftwechsels mit der Erstellung von Behinderungsanzeigen, Mehrkostenanzeigen, Anbieten der Leistungen, Inverzugsetzung des Auftraggebers mit Mitwirkungspflichten, Formulierungen in Baubesprechungsprotokollen etc. dargestellt.

Inhalt

Rechtsgrundlagen

  • Behinderungen nach § 6 Abs. 1 VOB/B – Anmeldung und Abmeldung
  • Schadensersatz nach § 6 Abs. 6 VOB/B
  • Annahmeverzug des Auftraggebers nach § 642 BGB
  • Dokumentation der eigenen Leistungsbereitschaft
  • Anordnungen zur Bauzeit nach §§ 1 Abs. 3 und 4 VOB/B
  • Mehrmengen und Mindermengen
  • Winter/Wetter/Naturkatastrophen
  • Umfang der Pflicht des Auftragnehmers zu Kompensation und Beschleunigungsmaßnahmen
  • Geänderte oder zusätzliche Leistungen, §§ 2 Abs. 5 und 6 VOB/B – Mehrkostenanzeige mit Hinweis auf Bauzeitverlängerung – so konkret wie möglich, so ausführlich wie nötig
  • Dokumentationsmittel auf der Baustelle (Bautagesberichte, Fotos, Videos, Lieferscheine etc.)

Dokumentation („bauablaufbezogene Darstellung“)

  • Wann ist sie notwendig?
  • Darstellung der Störung und der Störungsauswirkungen auf Folgeleistungen
  • Berücksichtigung von eigenem Bauverzug?
  • Darstellung der Bauzeitauswirkungen von Nachtragsleistungen, Mehr- oder Mindermengen
  • Berechnung der Bauzeitverlängerung und Fortschreibung des Terminplans (verschiedene Methoden)

Ermittlung der Entschädigungshöhe nach § 642 BGB

  • Für welchen Zeitraum besteht ein Anspruch auf Entschädigung?
  • Umfasst die Entschädigung auch die Allgemeinen Geschäftskosten und den Gewinn?
Teilnehmerkreis Geschäftsführer, Niederlassungsleiter, Oberbauleiter, Bau- und Projektleiter, Bauüberwacher, Architekten und Ingenieure aus Bauunternehmen sowie Architektur- und Ingenieurbüros
Teilnehmergebühr 360,- € / 270,- €* inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke

Die mit einem Stern(*) gekennzeichnete Teilnehmergebühr gilt für Mitgliedsunternehmen folgender Institution/en:

  • Architektenkammer Sachsen
  • Bauindustrieverband Ost e. V.
  • Ingenieurkammer Sachsen
  • Sächsischer Baugewerbeverband e. V.

Veranstaltungsort Bauakademie Sachsen
Standort Leipzig
Heiterblickstraße 35
04347 Leipzig
Anmeldeschluss:

Referent/en

Referententeam
RA Helge Rübartsch
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Fachanwalt für Vergaberecht

Rübartsch Rechtsanwälte
Helge Rübartsch ist Inhaber der auf das Bau-, Architekten- und Vergaberecht spezialisierten Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE in Dresden. Er ist nahezu ausschließlich auf diesen Rechtsgebieten seit dem Jahr 2000 tätig, seit 2006 als Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und seit 2016 als einer der ersten Fachanwälte für Vergaberecht in Sachsen. Ein Tätigkeitsschwerpunkt von Herrn Rübartsch ist die baubegleitende Rechtsberatung bei komplexen Großbauvorhaben im Tief-, Erd- und Straßenbau ebenso wie im Hochbau "von der grünen Wiese bis zum Ablauf der Gewährleistung". Ein weiterer Schwerpunkt ist die umfassende vergaberechtliche Betreuung von der Vorplanung bis zum Zuschlag, sowohl bei Bau- als auch bei Liefer- und Planungsleistungen. Helge Rübartsch und die drei angestellten Rechtsanwältinnen der Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE - alle Fachanwältinnen für Bau- und Architektenrecht - vertreten Bauunternehmen, Auftraggeber, Architekten und Ingenieure hochengagiert sowohl am Verhandlungstisch als auch vor Gericht und Baubehörden sowie vor der Vergabekammer.

Ansprechpartner

Ulrich Werner
Direktor Bauakademie Sachsen

0351 7957497-13