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Abnahme und Gewährleistung nach BGB und VOB/B - Fehler vermeiden, Rechte sichern und durchsetzen
Termin / Ort07.02.2019 I 09:00 - 16:00 Uhr I Dresden
Zielstellung

Die Abnahme ist der Dreh- und Angelpunkt des Bauvertrages im positiven Sinn für den Auftragnehmer. Mit ihr geht die Gefahr des zufälligen Untergangs und der Beschädigung auf den Auftraggeber über, die Gewährleistungsfrist beginnt, die Vergütung wird fällig und die Beweislast für Mängel liegt nun beim Auftraggeber. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Auftraggeber diese Rechtsfolgen so lange wie möglich herauszögern möchte. Häufig werden Bagatellmängel als Grund für eine Abnahmeverweigerung genannt, teilweise wird die Abnahme grundlos verweigert. Wann welche Abnahmeform (förmlich, konkludent, fiktiv durch Ingebrauchnahme, stillschweigend) die richtige Wahl ist, lernen die Seminarteilnehmer ebenso wie die neuen gesetzlichen und altbewährten vertraglichen Regeln zur Abnahme. Denn mit der Bauvertragsnovelle Anfang 2018 hat sich für beide Vertragsparteien vieles geändert.

 

Die rechtssichere Durchsetzung berechtigter bzw. die Abwehr unberechtigter Mängelansprüche vor und nach der Abnahme ist weiteres Ziel des Seminares. Auf kaum einem Gebiet gibt es so viele Irrtümer und Fehler in der Baupraxis. Dies angefangen bei der richtigen Formulierung einer Mangelanzeige, der richtigen Fristsetzung zur Mangelbeseitigung und der Vorbereitung und Durchführung von Ersatzvornahmen, der Beweissicherung und der Verwertung von Sicherheiten.

 

Das Seminar vermittelt mit zahlreichen Praxisbeispielen, wie bei einem Mängeleinbehalt und/oder einer Abnahmeverweigerung der Werklohnanspruch gesichert und durchgesetzt werden kann, ebenso wie Mängelrechte rechtssicher durchgesetzt werden.

Inhalt

Abnahme

  • Begriff, Arten und Wirkung der Abnahme
  • Abgrenzung Feststellung des Leistungsstandes und Abnahme
  • Abnahmeregelungen im Verhältnis Bauherr – Auftragnehmer - Nachunternehmer
  • Wann kann die Abnahme berechtigt verweigert werden?
  • Die Zustandsfeststellung bei Verweigerung der Abnahme nach § 650g BGB

Gewährleistung

  • Die geschuldete Leistung
  • Wann liegt eine mangelhafte Leistung vor?
  • Welche Rechte des Bestellers bestehen bei Mängeln vor Abnahme beim BGB und beim VOB-Vertrag?
  • Welche Rechte des Bestellers bestehen bei Mängeln nach Abnahme beim BGB und VOB-Vertrag?
  • Wie bemisst sich ein Schadensersatzanspruch, wenn der Besteller das mangelhafte Werk behält und die Mängel nicht beseitigt?
  • Enthaftung des Auftragnehmers durch die Anzeige von Bedenken? Welche Bedenken muss der Auftragnehmer haben? Wer ist Adressat der Bedenkenanzeige? Welche Form und welchen Inhalt muss die Bedenkenanzeige haben?
  • Die Sicherheitsleistung nach § 650f BGB (§ 648a BGB a. F.)
  • Gewährleistungssicherheit; Welchen Inhalt muss eine Gewährleistungsbürgschaft haben? Wann ist die Sicherungsabrede unwirksam?
  • Verjährungsfristen für Mängelansprüche
  • Stategien zur Sicherung und Durchsetzung von Werklohnforderungen

Abnahme und Gewährleistung des Baustofflieferanten

  • Prüf- und Hinweispflichten nach § 377 HGB
  • Beginn und Dauer der Gewährleistung
  • Umfasst die Gewährleistung auch die Aus- und Einbaukosten?
TeilnehmerkreisGeschäftsführer, Niederlassungsleiter, Oberbauleiter, Bau- und Projektleiter, Architekten und Ingenieure, Bauüberwacher, Bautechniker, Baustellenführungspersonal aus Bauunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros, Bauträgergesellschaften und Bauverwaltungen
Teilnehmergebühr360,- € / 270,- €*
(inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke)
VeranstaltungsortBauakademie Sachsen
Standort Dresden

Neuländer Straße 29
01129 Dresden
Anmeldeschluss:

Referent/en

RA Helge Rübartsch
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Fachanwalt für Vergaberecht

Rübartsch Rechtsanwälte
Helge Rübartsch ist Inhaber der auf das Bau-, Architekten- und Vergaberecht spezialisierten Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE in Dresden. Er ist seit dem Jahr 2006 Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und seit 2016 einer der ersten Fachanwälte für Vergaberecht in Sachsen. Ein Tätigkeitsschwerpunkt von Herrn Rübartsch ist die baubegleitende Rechtsberatung bei komplexen Großbauvorhaben im Tief-, Erd- und Straßenbau ebenso wie im Hochbau "von der grünen Wiese bis zum Ablauf der Gewährleistung". Ein weiterer Schwerpunkt ist die umfassende vergaberechtliche Betreuung von der Idee bis zum Zuschlag, sowohl bei Bau-, als auch bei Liefer- und Planungsleistungen. Helge Rübartsch und die drei angestellten Rechtsanwältinnen der Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE - alle Fachanwältinnen für Bau- und Architektenrecht - vertreten Bauunternehmen, Architekten und Ingenieure hochengagiert sowohl am Verhandlungstisch, als auch vor Gericht und bei Baubehörden sowie vor der Vergabekammer.

Ansprechpartner

Ulrich Werner
Direktor Bauakademie Sachsen

0351 7957497-13