22R

Profiseminar: Nachtragsmanagement nach VOB/B und BGB: Anspruchstellung, Verhandlungstechnik, Durchsetzung, Abwehr

Termin / Ort 17.03.2021 I 09:00 - 16:00 Uhr I Chemnitz
Zielstellung

Erfolgreiches Nachtragsmanagement ist das Ziel des Seminars: Das setzt rechtssichere Kenntnis der diversen Anspruchsgrundlagen und deren Voraussetzungen sowie taktisches Verhandeln voraus. Es beginnt bei der Prüfung der Ausschreibungsunterlagen und des Vertragstyps: VOB/B oder BGB oder Mischform, werden Allgemeine Geschäftsbedingungen zu Nachträgen gestellt, sind diese wirksam oder unwirksam etc.? Öffentlicher oder privater Auftraggeber? Ebenso wichtig ist die Vertragsgestaltung der Lieferanten- und Nachunternehmerverträge, um nicht „zwischen die Fronten“ zu geraten. Natürlich werden auch die Abwehr unberechtigter Nachträge und die Möglichkeiten der außergerichtlichen und gerichtlichen Streit(vermeidungs)stellen aufgezeigt.

Inhalt

1. Vertragsanalyse

  • Vertragstypen analysieren
  • versteckte Pauschalierungen finden
  • Komplettheitsklauseln
  • Exkurs: wirksame und unwirksame Nachtrags-AGBs
  • Abweichungen von der VOB/B als Ganzes und deren Folge

2. Die geschuldete Leistung

  • Was ist geschuldet, was nicht?
  • Der funktionale Werkerfolg, aber nicht kostenlos!
  • Irrtümer über die Relevanz der Kalkulation des Auftragnehmers
  • Folge der Forderung des AG auf Hinterlegung der Kalkulation
  • Grundsteinlegung für Nachträge nach dem BGB

3. Mengenänderungen beim VOB/B-Einheitspreisvertrag

  • Rechtsprechungsanalyse zur Berechnung von Mengenänderungen
  • Vertragliche Einigung über die Art der Berechnung?
  • taktische Überlegungen bei fehlender vertraglicher Einigung
  • Profitipps: Wie kalkulieren bei erwarteten Mehr-/Mindermengen auf der Basis der Vertragsgrundlagen?
  • Spekulationspreise

4. Geänderte Leistungen beim VOB/B- und BGB-Bauvertrag

  • Anordnungen zur Bauzeit zulässig?
  • Unterschiede bei Verträgen nach VOB/B und BGB
  • daraus folgend: Verhandlungsvarianten und Verhandlungstaktik
  • Abrechnungsvarianten nach BGB und VOB/B bzw. BGH
  • Rechtsprechungsüberblick: Abschied von „guter Preis bleibt guter Preis…“

5. Zusätzliche Leistungen bei VOB/B- und BGB-Bauvertrag

  • Mehrkostenankündigung
  • Unterschiede bei Verträgen nach VOB/B und BGB
  • daraus folgend: Verhandlungsvarianten und Verhandlungstaktik
  • Abrechnungsvarianten nach BGB und VOB/B
  • Notnagel § 2 Abs. 8 VOB/B

6. Bauzeitverzögerungen

  • Sonderfall: Verzögerte Vergabe
  • Mitwirkungspflichtverletzung des Auftraggebers
  • Vorunternehmerverzug, fehlende/mangelhafte Pläne
  • abweichender Baugrund, eingeschränkte Zuwegung
  • Einflüsse Dritter (Nachbarn, Diebstahl, Wetter)

7. Entschädigung für Verzögerungen nach § 642 BGB

  • Voraussetzungen des § 642 BGB
  • Entschädigung nur für den Verzögerungszeitraum - Verhandlungsfolgen und ‑strategien
  • Was wird entschädigt: Stillstandskosten
  • AGK? Wagnis und Gewinn?
  • Füllaufträge (echte und unechte)
  • Rechtsprechungsübersicht

8. Vertragsgestaltung in Bezug auf Nachträge

  • Nachunternehmerverträge: VOB/B oder BGB?
  • Lieferantenverträge
  • Klauselbeispiele
Teilnehmerkreis Geschäftsführer, Niederlassungsleiter, Oberbauleiter, Projektsteuerer, Bauüberwacher sowie Bau- und Projektleiter aus Bauunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros, Bauträgergesellschaften, Bauverwaltungen und Betrieben des Bauhandwerks
Teilnehmergebühr 360,- € / 270,- €* inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke

Die mit einem Stern(*) gekennzeichnete Teilnehmergebühr gilt für Mitgliedsunternehmen folgender Institution/en:

  • Architektenkammer Sachsen
  • Bauindustrieverband Ost e. V.
  • Ingenieurkammer Sachsen
  • Sächsischer Baugewerbeverband e. V.

Veranstaltungsort AMBER Hotel Chemnitz Park
Wildparkstraße 6
09247 Chemnitz
Anmeldeschluss:

Referent/en

Referententeam
RA Helge Rübartsch
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Fachanwalt für Vergaberecht

Rübartsch Rechtsanwälte
Helge Rübartsch ist Inhaber der auf das Bau-, Architekten- und Vergaberecht spezialisierten Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE in Dresden. Er ist nahezu ausschließlich auf diesen Rechtsgebieten seit dem Jahr 2000 tätig, seit 2006 als Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und seit 2016 als einer der ersten Fachanwälte für Vergaberecht in Sachsen. Ein Tätigkeitsschwerpunkt von Herrn Rübartsch ist die baubegleitende Rechtsberatung bei komplexen Großbauvorhaben im Tief-, Erd- und Straßenbau ebenso wie im Hochbau "von der grünen Wiese bis zum Ablauf der Gewährleistung". Ein weiterer Schwerpunkt ist die umfassende vergaberechtliche Betreuung von der Vorplanung bis zum Zuschlag, sowohl bei Bau- als auch bei Liefer- und Planungsleistungen. Helge Rübartsch und die drei angestellten Rechtsanwältinnen der Kanzlei RÜBARTSCH RECHTSANWÄLTE - alle Fachanwältinnen für Bau- und Architektenrecht - vertreten Bauunternehmen, Auftraggeber, Architekten und Ingenieure hochengagiert sowohl am Verhandlungstisch als auch vor Gericht und Baubehörden sowie vor der Vergabekammer.

Ansprechpartner

Ulrich Werner
Direktor Bauakademie Sachsen

0351 7957497-13