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Anerkannte Regeln der Technik - Inhalt eines technisch unbestimmten Rechtsbegriffs

Termin / Ort 13.01.2021 I 09:00 - 16:00 Uhr I Leipzig
Zielstellung

Im Bauwesen haben die allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) eine zentrale Bedeutung, sie sind bei allem, was gebaut wird zu beachten. Nur lassen sie sich heute, in einer Zeit, in der die technische Entwicklung schneller ist als jede Praxisbewährung sein kann, quasi nicht mehr feststellen. Ebenso gibt es keine allgemeine Anerkennung in Fachkreisen mehr. Dazu sind Meinungen in den jeweiligen Kreisen der Baubeteiligten und der von Sachverständigen viel zu divers. Es gibt nicht einen betroffenen Fachkreis, sondern sehr viele. In jedem von diesen sind Meinungen, Auffassungen sowie auch Erfahrungen unterschiedlich. Dabei können Mehrheitsmeinungen die Physik nicht außer Kraft setzen!

 

Allgemein anerkannte Regeln der Technik sind eine nicht mehr begründbare Glaubensfrage, die Baubeteiligte, Juristen und Sachverständige in Erklärungsnöte bringt.

 

In der Not werden nicht selten kurzerhand DIN-Normen und andere Regelwerke mit a.R.d.T. kritiklos gleichgesetzt. Regelwerke werden aber perspektivisch gefasst und sind naturgemäß allgemein. Sie sind auf die jeweils konkrete Aufgabenstellung zu übertragen, wodurch von ihnen fallbezogen auch abzuweichen ist. Regelwerke sind zur Bewertung des bereits Vorhandenen nicht verfasst und gelten daher retrospektivisch zunächst grundsätzlich nicht, sie können aber für die Orientierung hilfreich sein.

 

Wie aber ist vorzugehen, um Willkür zu vermeiden?

 

Das Seminar berücksichtigt den Dialog zwischen Recht und Technik statt. Anhand zahlreicher Beispiele werden sowohl die technischen Probleme als auch die juristischen Fehlvorstellungen besprochen, um anschließend Vorschläge zu unterbreiten, wie mit der bereits vorhandenen Lücke umgegangen werden kann.

Inhalt
  1. Bedeutung von a.R.d.T im Werkvertrag, verschuldensunabhängige Erfüllung und verschuldensabhängige Ansprüche
  2. Konstellationen: Prognose, Retrospektive
  3. Bedeutung von DIN-Normen und Regelwerken in Bezug zu a.R.d.T.
  4. Paradigmenwechsel: Vorschläge zur Inhaltsbestimmung und Einführung eines neuen, adäquaten Begriffs
  5. Erläuterungen an Beispielen, etwa an Algen an Fassaden, Abdichtungen auf Bodenplatten, Gefälle von Flachdachabdichtungen u. a. mehr
Teilnehmerkreis Architekten und Bauingenieure, Geschäftsführer, Niederlassungsleiter, Oberbauleiter, Bauüberwacher, Bau- und Projektleiter sowie Baujuristen aus Bauunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros, Wohnungsbaugesellschaften, Immobilienverwaltungen, Bauträgergesellschaften und Bauverwaltungen
Teilnehmergebühr 400,- € / 300,- €* inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke

Die mit einem Stern(*) gekennzeichnete Teilnehmergebühr gilt für Mitgliedsunternehmen folgender Institution/en:

  • Architektenkammer Sachsen
  • Bauindustrieverband Ost e. V.
  • Ingenieurkammer Sachsen
  • Sächsischer Baugewerbeverband e. V.

Veranstaltungsort Bauakademie Sachsen
Standort Leipzig
Heiterblickstraße 35
04347 Leipzig
Anmeldeschluss:

Referent/en

Referententeam
Prof. Dipl.-Ing. Matthias Zöller
Architekt, ö.b.u.v. Sachverständiger für Bauschäden

AIBAU gGmbH
Prof. Zöller ist Honorarprofessor für Bauschadensfragen an der Universität (KIT) in Karlsruhe. Er ist Gesellschafter des Aachener Instituts für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik (AIBau) und leitet die jährlichen Aachener Bausachverständigentage. Weiterhin ist er Fachautor sowie Mitherausgeber der Zeitschrift „IBR Immobilien- & Baurecht“ sowie der „Baurechtlichen und -technischen Themensammlung“. Prof. Zöller leitet den Arbeitskreis VI des 8. Deutschen Baugerichtstags 2021, der die juristischen Aspekte des Begriffs der anerkannten Regeln der Technik bearbeitet.

Ansprechpartner

Ulrich Werner
Direktor Bauakademie Sachsen

0351 7957497-13