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Bauleitertag 2015 - Gestörter Bauablauf
Termin / Ort05.02.2015 I 09:00 - 16:00 Uhr I Leipzig
Zielstellung

„Zeit ist Geld“. Aber gerade auf dem Bausektor machen es Rechtsprechung und Gesetzgebung dem Unternehmer ungemein schwer, „aus Zeit Geld zu machen“ und seine Bauzeitverlängerungsansprüche fehlerfrei aufzustellen und durchzusetzen.

 

Die Zielstellung des Bauleitertages 2015 ist es daher einerseits, die Bauleitung zu befähigen, rechtssicher die finanziellen und zeitlichen Ansprüche wegen Bauzeitverzögerungen zu sichern und eine Grundlage für deren Durchsetzung zu schaffen. Andererseits werden die rechtlichen und taktischen Möglichkeiten der Abwehr von Vertragsstrafeansprüchen und auftraggeberseitige Kündigungen aus Verzug vermittelt.

 

Im Mittelpunkt stehen die richtige rechtliche Einordnung von diversen Verzögerungsursachen (fehlende Pläne oder Genehmigungen, Nachbarrechte, abweichende Baugrundverhältnisse, Mehrmengen, „Nachträge“, Vorunternehmerverzüge etc). Denn aus der richtigen Einordnung ergeben sich erst die unterschiedlichen Voraussetzungen an die Anspruchsdurchsetzung (Behinderungsanzeige, Mehrkostenankündigung, Anbieten der Leistung etc.). Ebenso wichtig ist die rechtssichere Dokumentation der Ursachen und ihrer Auswirkungen auf den Bauablauf. Dazu wiederum bedarf es bereits bei der Kalkulation der Bauleistung besondere Sorgfalt vor allem in Bezug auf die eigene Terminplanung („baubare Abläufe“, Puffer, Nachvollziehbarkeit der Zeitansätze etc.). 

 

Dazu werden Kalkulationsmethoden und vertragliche Klauseln im Zusammenhang mit der Vereinfachung der Durchsetzung von Bauzeitansprüchen beleuchtet.

 

Ergänzend dazu wird über aktuelle Arbeitsschutzanforderungen berichtet. 

 

Die Teilnehmer haben Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Erfahrungen mit den namhaften Referenten in den traditionell lebendigen Diskussionen zu erörtern und können sich zudem untereinander austauschen.

Inhalt

08:15 Uhr Anmeldung / Tagungsunterlagen / Kaffeebuffet

 

09:00 Uhr Begrüßung

                 

                 Moderation: Prof. Jörg Rossbach, HTWK Leipzig  

 

09:05 Uhr Vertragsgestaltung zur Bauzeit

  • Terminplanung
  • Vertragsfristen und einfache Ausführungsfristen (§ 5 VOB/B)
  • das Direktionsrecht des Auftraggebers contra Bauablaufplanung des Auftragnehmers
  • Vertragsstrafe bei geändertem Bauablauf
  • Pauschalierung von Verzögerungskosten
  • erleichterte Darlegung von Bauzeitfolgen
  • Änderungen der Bauzeit in Zuschlagsschreiben des Auftraggebers

RA Helge Rübartsch, Rübartsch Rechtsanwälte

 

10:05 Uhr Bauzeitverlängerung nach § 6 Abs. 2 VOB/B

  • die Behinderungsanzeige
    • Inhalt
    • Form
    • Frist
    • Adressat
    • Abmeldung
  • die Bauzeitverlängerung
    • Dauer der Unterbrechung
    • multikausale Störungen
    • Rüst- und Wiedereinrichtungszeit
    • Verschiebung in eine ungünstige Jahreszeit
    • Bauunterbrechung länger als 3 Monate

RA Jens Hartmann, Sächsischer Baugewerbeverband e. V.

 

11:00 Uhr Kaffeepause

 

11:20 Uhr Rechtliche Einordung von Behinderungssachverhalten und

                 aktuelle Rechtsprechung

  • Ausgewählte Behinderungssachverhalte nach § 6 VOB/B
    • Vorunternehmerverzug
    • Wetter, Unwetter und Verarbeitungstemperaturen nach ZTV
    • fehlende Pläne und Genehmigungen
    • Nachbarrecht
    • Baugrund
    • fehlende Zufahrten
  • Finanzielle Ansprüche wegen Bauzeitverlängerung
    • Mehrvergütung wegen Mehrmengen nach § 2 Abs. 3 VOB/B
    • Anrechnung bei Mindermengen (AGK, BGK, BE)
    • Mehrvergütung wegen geänderter und zusätzlicher Leistungen § 2 Abs. 5 und 6 VOB/B
    • Entschädigung wegen Verzug des Auftraggebers mit einer Mitwirkungshandlung § 642 BGB
    • Vergütungsanpassung wegen verzögerter Vergabe

RA Helge Rübartsch, Rübartsch Rechtsanwälte

 

12:45 Uhr Mittagessen

 

14:00 Uhr Baubetrieblicher Nachweis von Bauzeitverzögerungen

  • Rahmenterminplanung des Auftraggebers
  • Bauablaufplanung des Auftragnehmers als vertragliche Basis
  • gerichtsfeste Dokumentation der Störungssachverhalte
  • mehrstufiges Verfahren zur störungsmodifizierten Fortschreibung des geschuldeten Bauablaufs am Beispiel
  • Nutzung von Pufferzeiten durch den Auftraggeber
  • Berechnungsbeispiel von störungsbedingten Mehrkosten / Entschädigung / Schadensersatz

Prof. Dr.-Ing. Andreas Lang, FH Darmstadt

 

15:30 Uhr Kaffeepause

 

15:50 Uhr Systematik der Nachweisführung im gestörten Bauablauf aus

                 rechtlicher Sicht

  • Unterrichtung des AG über zu erbringen Mitwirkungshandlungen
  • Dokumentation der eigenen Leistungsbereitschaft gegenüber dem AG
  • Nachweis der hindernden Umstände (Fotodokumentation, Planeingangslisten, …)
  • Nachweis der eigenen Arbeitskräfte, Geräte u a.
  • Nachweis der Auswirkung der hindernden Umstände auf den Bauablauf
  • Nachweis der zusätzlichen Kosten der Bauablaufstörungen

RA Hendrik Bach, Sozietät Witt Roschkowski Dieckert

 

17:20 Uhr Schlusswort

 

17:30 Uhr Ende

TeilnehmerkreisOberbauleiter, Bau- und Projektleiter, Baustellenführungspersonal, Kalkulatoren aus Bauunternehmen sowie Bauüberwacher aus Architektur- und Ingenieurbüros sowie Bauverwaltungen
Teilnehmergebühr250,- € / 190,- €*
(inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen u. Getränke)
35,00 Euro für Studenten (in begrenztem Umfang können Studenten die Vorträge besuchen / Kopie Studentenausweis ist bei Anmeldung erforderlich)
VeranstaltungsortRAMADA Hotel Leipzig
Schongauer Straße 39
04329 Leipzig
Anmeldeschluss:

Referent/en

RA Jens Hartmann
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

Sächsischer Baugewerbeverband e. V., Geschäftsstelle Chemnitz
Geschäftsführer und Rechtanwalt im Sächsischen Baugewerbeverband e.V., Geschäftstelle Chemnitz, langjähriger Referent auf den Gebieten Arbeits- und privates Baurecht, Vorsitzender der Meisterprüfungskommission für das Maurer- und Betonbauerhandwerk der HWK Chemnitz
RA Helge Rübartsch
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

Rübartsch Rechtsanwälte
Herr Rübartsch ist Inhaber der auf das Bau-, Architekten- und Vergaberecht spezialisierten Kanzlei Rübartsch Rechtsanwälte in Dresden. Er ist seit dem Jahr 2000 nahezu ausschließlich auf diesen Rechtsgebieten tätig und seit dem Jahr 2006 Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht. Ein Tätigkeitsschwerpunkt ist die baubegleitende Beratung bei komplexen Großbauvorhaben im Hochbau sowie im Infrastrukturbau "von der grünen Wiese bis zum Ablauf der Gewährleistung". Helge Rübartsch und die drei angestellten Rechtsanwältinnen seiner Kanzlei Rübartsch Rechtsanwälte vertreten Bauunternehmen hochengagiert vor Behörden.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Ulrich Werner, MBA
Direktor Bauakademie Sachsen

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